Menü überspringen

Berichte & Ergebnisse 2005

Nagano Marathon 2005

Beitrag von Joachim Dirks.

Zur Galerie.

Nagano war 1998 Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Was lag also näher, als an diesem historischen Ort eine weitere olympische Disziplin, nämlich den Marathonlauf, durchzuführen? Uns so riefen die Stadtväter von Nagano 1999 den ersten "Nagano Olympic Memorial Marathon" ins Leben. 2005, genauer: am 17.4., fand diese Veranstaltung zum 7. Mal statt. Nagano, den Namen verbanden wir mit einer Großstadt. Umso erstaunter waren wir, dass Nagano nur etwa 356.000 Einwohner hat. Der Stadtkern ist wirklich klein, in Marathonläuferdimensionen erstreckt er sich von km 5 bis km 9. D.h. gerade hat man sich an die Stadt gewöhnt und schon ist man wieder draußen. Innsbruck ist wohl auch nicht viel größer. Aber nun Eins nach dem Andern: Unsere Anreise erfolgte am Samstag. Mit dem Zug ging es von Kakegawa nach Nagoya und von dort nach Nagano. Die Stadt liegt ziemlich genau nördlich von Kakegawa, aber da es wegen der vielen Gebirge keine Autobahn dorthin gibt, ersparten wir uns endloses Kurven fahren und reisten bequem mit der Bahn an. Die Gegend um Nagano erinnert ein wenig an das Alpenvorland, wobei hier statt saftiger, grüner Wiesen eher subtropische Vegetation vorherrscht. Bei der Erwähnung „subtropisch” kann der geneigte Leser bereits erahnen, welche Wetterbedingungen beim Lauf anzutreffen waren, doch dazu später mehr. Am Nachmittag hatten wir unser Ziel, das Hotel Sunroute erreicht und konnten von einem dort lebenden Kanadier, der einen Infostand im Hotel aufgebaut hatte, alles Wissenswerte über den Marathon erfahren. Er hatte eine liebevolle Streckenbeschreibung erstellt. Sein Enthusiasmus war bewundernswert und er sollte auch nicht untertrieben haben. Die Strecke ist wirklich einmalig! So mit Information bespickt ging es zum Shuttlebus, der uns zur Anmeldung brachte. Diese war im „Big Hat”, dem Eisstadion untergebracht. Die Marathonmesse war sehr klein. Nach längerer Diskussion konnten wir statt der Leihchips unsere gelben Chips aktivieren. Abends ist in Nagano nicht viel los, wenn man von den ca. 6000 Läufern mal absieht. Am Sonntag wurde dann das war, was zu „befürchten” war. Strahlend blauer Himmel und das Thermometer zeigte bereits um 8 Uhr 18 C. Es wurden dann gegen 11 Uhr ca. 25 C. Mit dem Zug ging es vom Hotel zum Startbereich. Alles war prima organisiert, alle Ansagen auf englisch. Gegen 8:20 waren wir im Startblock C, direkt hinter den Profis und den „seeded” japanischen Läufern. Alle ausländischen Frauen starteten in Block C zusammen mit den sub 3:30 Männern. Wir trafen Birgit, eine Düsseldorferin, die ihren 18. Marathon (in sehr guten 3:46) lief. Unter den rund 100 ausländischen Teilnehmern waren u.A. Amerikaner, Schweden, Chinesen, Australier, Thailänder und auch Deutsche. Um 8:35 dann der Startschuss und es ging auf die olympische Strecke. Der Punkt-zu-Punkt Kurs hat mehrere Schleifen, durchzieht Nagano und bietet einen tollen Blick auf die nahen Berge. Er endet im olympischen Eisstadion. Die Strecke ist nicht so flach wie Berlin und etwas Wind anfällig. Ab km 5 gab es alle 2,5km Getränke, Schwämme und Bananen. Da ich das Wetter nicht einschätzen konnte, beschloss ich, vorsichtig anzugehen, d.h. die ersten 10k in 41:30. Bei km 20 schloss ich auf Katrin Dörre auf, die für einer Gruppe wild entschlossener Läufer Pac-Setterin für sub3 war. Die HM-Marke wurde in 1:27:30 passiert. Das Tempo also sehr moderat. Von da an wollte ich auf einen 4-er Schnitt gehen. Das ging auch prima, jedenfalls bis km 27. Plötzlich durchzog ein heftiger Krampf meinen rechten, hinteren Oberschenkel. Weiterlaufen war nicht möglich, statt dessen Stretchen. Dann vorsichtiges Antraben und weiterzuckeln, ohne das rechte Knie zu beugen (wer das schon mal gehabt hat, weiß, was ich meine!). Mit etwa 4:25/km konnte ich weiter joggen. Sobald es aber schneller wurde, meldete sich das Bein wieder. Noch zwei Mal musste ich pausieren und Dehnen, aber zum Glück konnte ich die restliche Strecke durchlaufen und joggte als 232. von 3979 in 2:57:40 (netto) ins Ziel. So blieb mir wenigstens eine Hitzeschlacht erspart ;-). Christiane erging es zum Glück deutlich besser. Sie konnte als 115. von 612 Frauen mit 3:40 eine neue PB aufstellen. Im Ziel wurde man rundum versorgt: Es gab Massage, Onigiri (Reisbällchen), Energiedrinks. Mit dem Shuttlebus gings zurück zum Hotel. Dort Duschen, noch mit anderen Läufern quatschen und dann mit dem Zug, diesmal über Tokyo, zurück nach Hause.

Fazit: Der Nagano-Marathon ist eine Reise wert, nicht nur innerhalb Japans!

Eingeloggte Benutzer können Kommentare hinterlassen.