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Berichte & Ergebnisse 2005

20. Hamburg Marathon

Beitrag von Johannes Bauer.

Mehr als eine halbe Million Menschen sahen bei der 20. Auflage des Hamburg Marathons fünf Pro Sport Berlin 24 Läufer, die sich bei optimalen Witterungsbedingungen auf die 42,195 Kilometer begeben hatten. Als Sieger feierte das Publikum den Spanier Julio Rey, der mit 2:07:38 Stunden den Streckenrekord nur um elf Sekunden verpasste. Bei den Frauen konnte Edith Masai aus Kenia bei ihrem ersten Marathon die Konkurrenz mit einem überlegenen Lauf in 2:27:06 Stunden für sich entscheiden, Claudia Dreher wurde mit 2:29:49 beachtliche Dritte.

Ich hatte die Möglichkeit erhalten beim Hamburg Marathon als "Tempoläufer" teilzunehmen. Die Vorgabe war 3 Stunden 45 Minuten mit einer maximalen Abweichung von 5 Minuten zu laufen. Ausgerüstet mit Kleidung vom Sponsor und blauem Luftballon stand ich um 8.30 in der Mitte von Startblock B. Die Zeit bis zum Start verging schnell und es war unmöglich alle Fragen der Läufer/innen zu beantworten, die dort auf mich zukamen. Kurz vor dem Start wurde es etwas ruhiger und Ugo Angelini, der mit mir laufen wollte, kam zu mir. Pünktlich um 9:05 Uhr wurde Block B gestartet. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die ersten zwei Kilometer für mich die schwierigsten waren. Aus meiner Startposition ein gleichmäßiges Tempo zu laufen war aufgrund der Dichte der Läufer unmöglich und was die Nordic Walker vor mir machten, ist mir immer noch ein Rätsel. Zudem musste ich ständig Auskünfte geben: Wie ist dein Plan, machst du Pausen an den Getränkestationen, sind wir nicht zu langsam u.s.w. Ich wollte den Lauf zwar vorsichtig beginnen, aber ich verlor auf den ersten zwei Kilometern weit über eine Minute. Ab Kilometer 5 gab es dann endlich mehr Platz und immer besser traf ich den nötigen Schnitt von 5:20 min/km. Langsam aber sicher konnte ich die wunderschöne Strecke und Atmosphäre von Hamburg genießen. Ein erstes Highlight ist der Weg hinunter zu den Landungsbrücken. Ein toller Blick, das sagt jeder der hier einmal gelaufen ist und eine gute Gelegenheit bergab etwas von der eingebüßten Zeit gut zu machen.

Die Gruppe, die sich an mir orientierte, schätzte ich zu diesem Zeitpunkt auf ca. 50-60 Läufer/innen. Die Stimmung war gut. Es ging vorbei an der Alster bei stetig steigenden Außentemperaturen. Zum Halbmarathon lag ich recht genau im Plan (1:52:17). Doch wo war eigentlich Signore Angelini? War er seinem Namen alle Ehre machend auf Flügeln enteilt? Bei Kilometer 10 hatte er mich überholt und war außer Sicht geraten. Umso größer mein Erstaunen, als er bei Kilometer 24 ziemlich zügig von hinten auflief, nach einem kurzen Gespräch anzog und von dort an erneut nicht mehr zu sehen war. Ab Kilometer 28 wurde die Gruppe an jeder Verpflegungsstation kleiner und obwohl ich bei Kilometer 30 das Tempo minimal drosselte, meinten sehr viele, ich würde immer schneller. War es, weil wir nur noch überholten oder war es ihr zu klein angepeiltes Zeitfenster? Ich hatte noch zahlreiche Statements von Kilometer 10 in den Ohren, die mir sagten, Tempoläufer liefen auf den letzten Kilometern meistens viel zu schnell. Aber ich blieb bei meinem Tempo. Diejenigen, die dann bei Kilometer 36 noch dabei waren, eilten entweder davon oder blieben an meiner Seite bis zum Ziel, das ich in 3:43:45 erreichte. Bewusst hatte ich bereits zwischen Kilometer 20 und 30 ein kleines Polster herausgelaufen, weil es in Hamburg zum Schluss noch einmal gut bergauf geht. Der Dank der Läufer/innen im Ziel auch einiger Nachzügler bestätigte mich.

Ugo kam, ich hatte es irgendwie geahnt, doch etwas später in 3:50:28 an und musste sich knapp Werner Feist 3:50:11 geschlagen geben, während Willi Jackisch sein Vorhaben unter Drei Stunden zu laufen mit einer 2:59:44 großzügig unterboten hatte: über 15 Sekunden verschwendet, wenn sich das nicht mal rächt. Manfred Leiacker erreichte nach 4:17:59 das Ziel. Glückwunsch! Sollte es sich anderes lesen, nur soviel: Es war kein Sonntagsspaziergang durch die Stadt an Alster und Elbe. Aber er hat Spaß gemacht, dieser Hamburg Marathon mit seinem großartigem Publikum und ich war sicher nicht zum letzten Mal in der Hansestadt um 42,195 Kilometer zu laufen.

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