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Berichte & Ergebnisse 2005

Oderbruchmarathon

Beitrag von Holger Trapp-Opitz.

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Laufbericht Oderbruchmarathon 18.06.05

Da ich den Regensburgmarathon verletzungsbedingt streichen musste, hatte ich doch den Ehrgeiz im ersten Halbjahr noch einen Marathon zu laufen. Er sollte nicht allzu weit von Berlin entfernt sein und einfach Spaß machen. Da blieb nicht mehr viel übrig...:-). Samstag morgen traf ich mit Lars, der als Fahrradbegleiter mitmachen wollte, und Robert, der den Halbmarathon laufen wollte. Bad Freienwalde ist ein kleines Städtchen, so dass wir die Anmeldung schnell fanden. Die Formalitäten waren schnell geklärt, Auto geparkt und schnell vom Zivilisten in einen Läufer verwandelt. Der Start fand an einer Laterne statt, nehmen wir die da –lol-, auf den ersten Metern gab es sogar noch ein Polizeiauto aber als wir ins Oderbruch abbogen nur noch Pfeile auf dem Boden. Aber egal! Zur Rennlage, dadurch das nur höchstens 100 Läufer am Start waren, konnte man die Konkurrenz schon vor dem Lauf gut einschätzen. Ein Läufer fiel mir besonders auf, groß gewachsen, sehr schnelle Adidas-Treter an... Und natürlich Klaus Goldammer, der Meister aller Klassen! Wir drei und Robert liefen bis zur Hm-Wendemarke zusammen. Robert verabschiedete sich dann in ein sehr einsames Rennen, er kam in 01:19 als erster ins Ziel. Bei stärkerer Konkurrenz wäre viel, viel mehr drin gewesen. Wir drei liefen dann zusammen durch den deutschen Teil des Oderbruchs, durch viele kleine Orte, wo aber nicht so viel los war. Na ja ist ja auch nicht NYC! Beim km 18 sollte die Oder auf einer ehemaligen Eisenbahnbrücke überquert werden. Das war für mich der Höhepunkt diese Laufes. Es war einfach Wahnsinn 10Meter über dem Fluss zu Laufen und plötzlich in einem anderen Land zu sein. Auf der anderen Seite stand der poln. Grenzposten grinsenderweise und freute sich dann aber doch über mein :”Dzien Dobre!” Irgendwie hatte mich die Brücke so motiviert, dass ich jetzt einen ernsthaften Emotionsfash :-) hatte. Ich steigerte einfach mal das Tempo und war nach 2km mit dem poln. Polizeiauto allein. Im ersten Dorf gab es deutsches Wasser(??) von lieben poln. Mädchen. Da war auch dringend nötig da jetzt die ersten Steigungen und der Gegenwind anfingen. Am Ortsausgang überreichte mir eine ältere Frau eine selbstgebastelte Blume aus Holz und Krepppapier, ich war völlig verdutzt, aber auch plötzlich wieder sehr motiviert. Später erfuhr ich, dass alle eine bekamen, auf jeden Fall ein guter Trick um dem Mann mit dem Hammer zu umgehen. Lars durfte als Fahrradbtreuer nicht über die Brücke, so dass er über den offiziellen Grenzübergang nach Hohenwutzen rollte. Dort hätten wir uns fast verfehlt. In Deutschland ging es dann am Rand der alten Oder weiter, beim km 31 war auch Lars wieder da. Schwarztee mit Malto wurde jetzt sehr, sehr wichtig, ich hatte einfach zuwenig lange Läufe in den Beinen. Aber die Mischung war schon gut, es rollte wieder. Allerdings waren die Dörfer ziemlich lang und es gab wenig Schatten. Die letzten Kilometer des Laufes sind dann leider etwas unspektakulär, wahrscheinlich mussten einfach noch Kilometer geschunden werden. Bei 02:40:27 war ich dann da. Sub 02:40 wäre schon drin gewesen, aber warum?? Danke noch mal an meinen Papa, Lars, Robert und die ganzen netten Menschen, die diesen Lauf möglich machen. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit wenig Mitteln doch etwas großes gelingen kann. Ich glaube so was geht heute nur noch auf dem Land, die Vereinstrukturen dort lassen so was noch zu. In der Stadt wäre ein solcher Marathon kaum mehr möglich.

beste Grüße Holger

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