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Berichte & Ergebnisse 2005

10km in Kikugawa

Beitrag von Joachim Dirks.

Der Neujahrsmorgen begann um 6 Uhr. "Nie wieder so eine Schnapsidee", dachte ich. Kaffee kochen, Fruehstueckstisch decken und dann noch schnell mit Deutschland telefonieren, wo es erst 22 Uhr am 31.12. war. Aber so langsam erwachten die Lebensgeister und um 7:30 fuhren wir mit dem Auto zum 10km entfernten Kikugawa. Ein wolkenloser Himmel erwartete uns am Treffpunkt. Chu, ein Laufkollege, hatte sich mit uns verabredet. Auf einem abgelegenen Parktplatz wurden die Autos geparkt und nach einem kurzen Fussmarsch waren wir an der City Hall. Langsam fuellte sich der zum Start- und Zielbereich umfunktionierte Parkplatz mit Laeuferinnen und Laeufern. Erstaunlich, wer alles so am Neujahresmorgen einen Wettkampf laufen will! In Japan werden die Laeufe sehr ernsthaft betrieben, wuerde ich sagen. Eigentlich alle Teilnehmer gehoeren einem Verein an und man sieht viele sehr schoene, kunst- uns phantasievolle Trikots, die die Zugehoerigkeit zu den Mannschaften erkennen lassen. Mit unseren Post SV Trickots waren wir gut dabei, denn einige Japaner gaben zu erkennen, dass sie auch schon in Berlin Marathon gelaufen sind! Gegen 9 Uhr begann die Eroeffnungszeremonie. Um 9:10 gings zum Einlaufen auf einen nahe gelegenen Sportplatz. Der war vom Regen aufgeweicht und so lief ich nur ca. 2 km. 9:25 klingelte das Handy mit Neujahrsgruessen aus D. Komisches Gefuehl zu wissen, dass die einen ins Bett gehen und die anderen sich gleich die Lunge aus dem Leib rennen... Bis zum Start der 10k um 10 Uhr wurde noch gedehnt und den Zieleinlaeufen der anderen Laeufe zugeschaut. Der Start verlief gut, weil der Parkplatz schoen breit war. Das Feld zog sich auf den ersten km schon etwas auseinander. Vorne wurde im 3er Schnitt losgestoben. Der Sieg ging in unter 31min. weg. "Unser" Ogasa-Mountain Laeufer war in 32:44 im Ziel und etwas enttaeuscht, dass er damit in der HK keinen Platz ergattern konnte. Die Strecke ging auf den ersten 5k netto bergab, man kann erraten, was auf der zweiten Haelfte bevor stand. Ich hatte mich hinter Chu eingeordnet, weil der klar staerker als ich ist und ich so eine Referenz hatte. Nach einiger Zeit hatte ich mein Tempo gefunden und war ganz ueberrascht, dass ich die 5k in genau 18 min. durchlief. "Naja", dachte ich, "hoffentlich werde ich nicht allzu sehr dafuer buessen". Aber die Quaelerei hielt sich in Grenzen. 10k ist ja nun bekannter massen wirklich nicht meine Lieblingsstrecke! Ab km 7 kamen dann zwei unangenehme Huegel und die beiden HK Lauefer, die bis dahin Windschatten gelutscht hatten, zogen an mir vorbei (oder ich wurde langsamer...). Chu war zwar noch in Sicht-, aber nicht mehr in Reichweite. Anyway, nach 36:05 min war der Spuk fuer mich vorbei. Im Ziel versuchte ich wieder was zu sehen, da mit zum Schluss doch etwas schwarz vor Augen wurde. Der Lohn fuer die Muehe war immerhin ein 2. Platz (hinter Chu, der 35:40 brauchte) in der AK 40-49 und damit Teilnahme an der Siegerehrung. Christiane wurde in 46:41 Gesamtdritte der Frauen. Sie war auch sehr zufrieden. Mein Name ist auf der Urkunde in lateinischen Buchstaben geschrieben. Der Mann, der die Ehrung vornahm, musste sich aber mit Bleistift meinen Namen in Katakana drueber schreiben. Die Kommentare zu unserem Abscheiden waren: "Jubinkyoku wa sugoi" = "Die Post ist toll!" Der Lauf war liebevoll organisiert: die Startnummer aus echtem Stoff, im Ziel gab es warme Bohnenpaste (lecker!). Jetzt, da ich den Bericht schreibe, kommt richtig Wind auf. Wir hatten also mal wirklich Glueck und einen schoenen Jahresanfang.

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